Seit meiner Kindheit fasziniert mich die Welt der Vögel, weshalb ich schon im Jugendalter mit der Zucht von Prachtfinken begann.
Im Rahmen dessen, päppelte ich damals schon aus dem Nest gefallene Wildvögel auf und entließ sie später wieder in die Freiheit.
Dieses Hobby geriet dann im Rahmen des Erwachsenwerdens und der beruflichen Orientierung leider für viele Jahre in den Hintergrund, aber eine Leidenschaft wäre keine Leidenschaft, wenn sie einen nicht wieder einholt.
Und so fanden immer wieder kleine Pechvögel den Weg zu mir, sei es, dass ich sie selbst fand, oder auch dass sie mir anvertraut wurden.

Im Jahr 2017 waren dies immerhin 109 kleine Piepmätze. Und es hätten noch viel mehr sein können, wenn die Finder nicht viel zu weit von mir entfernt gewohnt hätten und dadurch eine Übergabe nicht machbar war.
Zudem war es zugegebenermaßen nicht immer einfach, meine Familie mit Mann, kleinem Sohn und zwei Hunden mit der Vogelaufzucht unter einen Hut zu bekommen.
Und dass es durch die Mundpropaganda in den kommenden Jahren nicht weniger, sondern eher mehr kleine Patienten werden würden, war unschwer zu erkennen.
Also musste ich mir etwas einfallen lassen.

Die Grundrechnung war einfach: wenn ich allein in einem Jahr etwas mehr als 100 Vögeln helfen konnte und vor allem auch wollte, dann könnte man dasselbe Ergebnis auch erzielen, wenn ich mir noch 4 Menschen suche, und jeder päppelt ca. 20 Vögelchen.
Toller Nebeneffekt: mit 5 x 20 Vögeln hat jeder weniger Stress und kann den ganz normalen Alltag besser bewältigen. Auch eine gegenseitige Urlaubsvertretung könnte dann organisiert werden.
Außerdem wäre durch die örtliche Verteilung eine bessere Erreichbarkeit von Päpplern für die Finder möglich.

Die Idee der Wildvogelhilfe Bayern, dem Netzwerk für Wildvogel-Helfer, war geboren!

Meine Vision ist, dass jeder Finder in Bayern maximal eine halbe Stunde Autofahrt bis zum nächsten Päppler oder einer Notaufnahme-Stelle fahren muss.

2017 habe ich allein mit einer Idee gestartet; aktuell (2018) besteht unser ständig wachsendes Netzwerk aus mittlerweile 14 Wildvogelhelfern verschiedener Bereiche.

Wenn Sie Interesse haben, Teil unseres Netzwerks zu werden, dann kontaktieren Sie uns und wir erklären Ihnen Möglichkeiten, wie Sie helfen können.
Nicht jeder muss oder kann es zeitlich bewerkstelligen, kleine Vogelküken aufzupäppeln. Aber wir freuen uns auch über Unterstützer bei Fahrdiensten, Notaufnahme-Stellen oder Langzeit-Pflegeplätze für Patienten, die bis zur Freiheit durchmausern müssen.
Jede Hilfe ist wertvoll – wir freuen uns auf Sie!

In der 31. Ausgabe des Gemeindeblattes Obernzell (April – Juni) durfte ich meine kleine Wildvogelstation vorstellen und zudem einen Einblick in meine Motivation geben.
Zusätzlich war es mir ein Anliegen, potenziellen Vogelfindern ein paar erste Tipps mit auf den Weg zu geben.
Danke an das Obernzeller Rathaus für diese Möglichkeit!