Hier finden Sie die häufigsten Fragen beantwortet,
die uns im Päppelalltag gestellt werden.

Vielleicht ist ja auch Ihre dabei und wir können Ihnen schon im Vorfeld helfen?

Nutzen Sie auch die nebenstehende Suchmöglichkeit!

Rechtliches

Darf ich überhaupt helfen? Oder mache ich mich strafbar?
Das Wichtigste vorweg:
JA, Sie dürfen einem verletzten Tier helfen!
Und NEIN, Sie machen sich nicht strafbar, indem Sie dadurch Wilderei begehen, wie dies oft falsch interpretiert wird!
Die Begründung im Detail können Sie nachfolgend lesen. Wir haben uns bemüht, die teils schwer verständliche Gesetzeslage in „Normal-Deutsch“ umzuformulieren.

Die Gesetzeslage
Grundsätzlich darf man lt. § 44 des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG) in Deutschland keine Wildtiere aufnehmen bzw. sich aneignen.
§ 45 (5) BNatSchG erlaubt allerdings eine Ausnahme für verletzte, hilflose oder kranke Tiere, um sie gesund zu pflegen und nur so lange, wie es unbedingt nötig ist. Diese Aufnahme muss dann den zuständigen Behörden gemeldet werden, in manchen Fällen wird eine Genehmigung benötigt.
Die o. g. Ausnahmeregelung gilt allerdings nur unter Berücksichtigung jagdrechtlicher Vorschriften. Das bedeutet, dass bei jagdbarem Wild der zuständige Jäger ein Mitspracherecht hat und bei jeder Aufnahme verständigt werden muss (Bundesjagdgesetz § 1 und 2).
Da der zuständige Jäger in der Regel nicht jedermann persönlich bekannt ist, ist die Meldung bei der Polizei üblich.
Diese Meldung ist mit einem kurzen Telefonat unter Angabe von Fundort, Tierart und der Abgabestelle (z. B. Tierarzt, Tierschutzverein) erledigt. Am besten vor der Entnahme aus der Natur, aber spätestens, nachdem das Tier einer versorgenden Person übergeben, wurde. Da die Polizeidienststellen immer erreichbar sind, ist diese Meldung auch jederzeit möglich.
Zu dieser Meldung ist diejenige Person verpflichtet, die das Tier der Natur entnimmt – nicht der behandelnde Tierarzt oder der Tierschutzverein, der das Tier aufnimmt.

Als „jagdbares Federwild“ gelten unter den Wildvögeln lt. § 2 (1) 1 BJagdG:

Alpenschneehuhn (Lagopus mutus MONTIN),
Auerwild (Tetrao urogallus L.),
Birkwild (Lyrurus tetrix L.),
Bläßhuhn (Fulica atra L.),
Falken (Falconidae) (in Bayern ganzjährig geschont),
Fasan (Phasianus colchicus L.),
Graureiher (Ardea cinerea L.),
Greife (Accipitridae) (in Bayern ganzjährig geschont),
Großtrappe (Otis tarda L.),
Haselwild (Tetrastes bonasia L.),
Haubentaucher (Podiceps cristatus L.),
Höckerschwan (Cygnus olor GMEL.),
Kolkrabe (Corvus corax L.)
Möwen (Laridae),
Rackelwild (Lyrus tetrix x Tetrao urogallus),
Rebhuhn (Perdix perdix L.),
Säger (Gattung Mergus L.),
Wachtel (Coturnix coturnix L.) (in Bayern ganzjährig geschont),
Wildenten (Anatinae),
Wildgänse (Gattungen Anser BRISSON und Branta SCOPOLI),
Waldschnepfe (Scolopax rusticola L.),
Wildtauben (Columbidae) (in Bayern Hohltaube & Turteltaube ganzjährig geschont),
Wildtruthuhn (Meleagris gallopavo L.),

Zusätzlich speziell in Bayern
(Quelle: https://www.jagd-bayern.de/jagdbare-wildtiere.html):

Eichelhäher (Garrulus Glandarius)
Elster (Pica Pica)
Graugans (Anser Anser)
Kanadagans (Branta Canadensis)
Nebelkrähe (Corvus Corone Cornix)
Rabenkrähe (Corvus Corone Corone)
Reiherente (Aythya Fuligula)
Steinadler (Aquila Chrysaetos) (ganzjährig geschont)
Stockente (Anas Platyrhynchos)
Tafelente (Aythya Ferina)
Türkentaube (Streptopelia Decaocto)

Zu guter Letzt sei noch § 2 des Tierschutzgesetzes erwähnt, der jeden, der ein Tier betreut, dazu verpflichtet für eine artgerechte Unterbringung, Pflege und Ernährung zu sorgen.

Darf der Tierarzt Wildtiere behandeln?
Immer wieder müssen verletzt aufgefundene Wildtiere zum Tierarzt gebracht werden. Leider hören die Finder oft bereits am Telefon, der Tierarzt dürfe das Wildtier nicht behandeln, da er damit gegen geltendes Recht verstoße.
Jetzt wurde eindeutig klargestellt: Tierärzte dürfen hilfsbedürftigen Wildtieren helfen!

Erste Hilfe geht immer!
Zu Erste-Hilfe-Maßnahmen verpflichtet den Tierarzt sogar die sogenannte Notfall-Behandlungspflicht aus den Berufsordnungen.
Eine darüberhinausgehende Behandlung kann und darf der Tierarzt jedoch ablehnen.
Zu beachten ist allerdings: bei jagdbarem Wild (s. Liste in Frage „Darf ich helfen?“) ist es Pflicht, den Jagdpächter beziehungsweise die Polizei zu informieren. Diese Mitteilung muss derjenige machen, der das Tier in der Natur findet und in die Praxis bringt.
Das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUKLV) hat klargestellt: Tierärztinnen und Tierärzte dürfen verletzten oder sonst in Not befindlichen Wildtieren helfen, ohne gegen einschlägige Gesetze zu verstoßen.
Da sich das HMUKLV in seiner schriftlichen Erläuterung vom 25.09.2015 bundesweit geltende Gesetzesgrundlagen als Basis nimmt, ist diese Entscheidung als bundesweit anzusehen.

Muss der Tierarzt Wildtiere kostenlos behandeln?

Die Annahme, man könne kranke oder verletzte Wildtiere kostenfrei beim Tierarzt behandeln lassen, ist in der Bevölkerung weit verbreitet, aber falsch. Der Auftraggeber bezahlt beim Tierarzt, wie bei allen anderen Tieren auch. Dabei gilt: Wer ein Wildtier zur Behandlung bringt, ist damit der Auftraggeber und zahlt.
Auch die Vermutung, die Gemeinde sei zur Kostenübernahme verpflichtet, ist nicht korrekt.

Glücklicherweise lassen einige Tierärzte bei Wildtieren Kulanz walten. Viele unserer kooperierenden Tierärzte rechnen zu stark vergünstigten Sätzen ab oder bitten um eine Spende in die dort aufgestellte Tierschutzkasse. Klicken Sie hier, um zur Liste unserer kooperierenden Tierärzte zu gelangen oder kontaktieren Sie uns.
Generell gilt aber fair zu bedenken: auch Tierärzte müssen ihre Kosten decken und sind verpflichtet, nach der Gebührenordnung abzurechnen.

Über die WVH Bayern

Ist die Wildvogelhilfe Bayern ein Verein?
Die Wildvogelhilfe Bayern wurde 2018 mit dem Ziel gegründet, bayernweit ein flächendeckendes Netzwerk aus kompetenten Wildvogelhelfern aufzubauen. Hierbei ist uns wichtig, dass sich jeder einzelne Helfer im Rahmen seiner persönlichen Möglichkeiten mit einbringt, gleichzeitig jedoch die Vorteile eines großen Schwarmwissens genießen kann.

Zu viel Bürokratie – zu wenig Vorteile
Die starre und unflexible Vereinsgründung erschien uns von Beginn an als unvorteilhaft für unser Vorhaben. Zu wenige Vorteile stehen den zu vielen Nachteilen bzw. einer zeitaufwändigen Bürokratie gegenüber. Zeit, die wir lieber und vor allem sinnvoller in der Pflege unserer Schützlinge investieren wollen.
Ein weiterer Vorteil unseres Netzwerks ist, dass jeder, der Interesse hat, aktiv am Wildvogelschutz teilzunehmen, ganz einfach Teil des Netzwerks werden kann. Ein Vorwissen ist absolut nicht notwendig, alles wird durch das bestehende und wachsende Netzwerk vermittelt. (Bei Interesse: nehmen Sie Kontakt zu uns auf! Wir freuen uns auf Sie!)

Es gibt aber auch in unserem Netzwerk Regeln, die einen qualitativ hochwertigen Standard bezüglich Versorgung und Unterbringung der Pfleglinge sowie des sozialen Miteinanders setzen.
Die Statuten der Wildvogelhilfe Bayern können Sie hier nachlesen.

Kooperiert die WVH Bayern auch mit anderen Organisationen?
Ja.

Die Wildvogelhilfe Bayern ist mit vielen anderen Organisationen kooperativ vernetzt.
Mitunter sind dies www.wildvogelhilfe.org, www.wildvogel-pflegestation-kirchwald.org, Greifvogel- und Eulenschutzstation Linz-Ebelsberg www.naturschutzbund-ooe.at/oaw-greifvogelstation.html , Nationalpark Bayerischer Wald www.nationalpark-bayerischer-wald.bayern.de , Wildtierhilfe Passauer Land www.wth-pa-land.de und die bundesweit agierende Facebook-Gruppe Wildvogelhilfe-Notfälle https://www.facebook.com/groups/Wildvogelhilfe
Weitere Organisationen kommen ständig hinzu, so dass ein Hand-in-Hand-Arbeiten zum Wohle des Tierschutzes gelingt.

Wann ist die WVH Bayern erreichbar?
Die Wildvogelhilfe Bayern ist über unsere Hotline 0179 797 28 40 an 7 Tagen pro Woche von ca. 6 – 23 Uhr erreichbar. Auch an Feiertagen.
Zudem haben Sie die Möglichkeit, unter dem Menüpunkt Kontakt in einer interaktiven Landkarte zu schauen, welcher unserer Netzwerk-Helfer bei Ihnen in der Nähe ist und können diesen dann auch direkt über die angegebene Telefonnummer kontaktieren.
Da wir allerdings vor allem in der Päppelhochsaison April bis August sehr viele Pfleglinge zu versorgen haben, ist es möglich, dass wir das Gespräch nicht sofort entgegennehmen können.
Sollten Sie uns nicht direkt erreichen, dürfen Sie uns jederzeit eine Sprachnachricht hinterlassen. Wir rufen Sie so schnell wie möglich zurück.
Bekommen Sie Förderungen?
Leider nein.
Viele Finder vermuten, unser Netzwerk müsste – da wir ja schließlich zum Gemeinwohl handeln und alles zeitlich und finanziell ehrenamtlich stemmen – von Gemeinden, Kommunen oder anderen Institutionen finanziell unterstützt bzw. gefördert werden.
Dies ist allerdings nicht so.
Jeder Netzwerk-Helfer bringt sich rein aus Idealismus und dem Willen, aktiv etwas zu bewegen mit ein.
Leicht kommen hier pro Saison mehrere Tausend Euro pro Päppler zusammen.
Kostet mich Ihre Hilfe etwas?
Nein.

Keiner unserer Netzwerk-Helfer wird Ihnen irgendetwas in Rechnung stellen oder Ihnen Geld abverlangen. Das ist in unseren Netzwerk-Statuten festgelegt und hieran halten sich alle Netzwerker.
Dennoch ist jeder Helfer aufrichtig dankbar für jegliche Unterstützung, die ihm freiwillig von den Findern entgegengebracht wird.
Im nächsten Punkt können Sie nachlesen, auf welch unterschiedlichen Wegen Sie dies tun können.

Kann ich die WVH Bayern dennoch unterstützen?

Ja, das können Sie!
Und zwar auf vielfältige Weise – so, wie es am besten zu Ihnen passt und sich gut für Sie anfühlt.

Der Klassiker – das Spendenkonto
Technisch ist es bisher leider noch nicht möglich, dass die Wildvogelhilfe Bayern als Kontoinhaber geführt wird. Daher ist hier der Name der Initiatorin hinterlegt, obwohl dieses Konto ausschließlich für die Wildvogelhilfe Bayern angelegt wurde.

Yvonne Holthaus
IBAN DE58 2004 1155 0627 1357 00
BIC COBADEHDO55

Nur ein Klick – PayPal
Für alle, die es unkompliziert mögen, haben wir auch die Möglichkeit eingerichtet, dass Sie über PayPal spenden können. Einfach hier klicken http://ogy.de/g3mu oder das PayPal-Konto info@wvh-bayern.de nutzen.

Oder lieber etwas Handfestes? – Die Amazon-Wunschlisten
Ein ganz großartiger Weg, sich bei uns erkenntlich zu zeigen und uns zu unterstützen, sind die unter diesem Link hinterlegten Amazon-Wunschlisten der einzelnen Wildvogelhelfer https://wvh-bayern.de/wer-wir-sind/vorstellung .
Für Sie besteht der Vorteil darin zu wissen, dass die dort gesammelten Produkte erkennbar zur Wildvogelhilfe benötigt werden. Die Handhabung ist denkbar einfach und auf der verlinkten Seite genau erklärt.

Typische Notfall-Fragen

Wie kann ich erfahren, wie es meinem Findling bei Ihnen geht?
Wir freuen uns immer wieder, wenn Finder auch nach der Abgabe bei uns noch Interesse am Wohl des kleinen Pechvogels haben. Gerne dürfen Sie den Helfer über die an Sie überreichten Kontaktdaten kontaktieren.

Wie eine Auswilderung innerhalb unseres Netzwerks durchgeführt wird, können Sie auch in dem Video “Was wird eigentlich aus meinem kleinen Pechvogel?” sehen.

Darf ich Vögel ohne Handschuhe anfassen?
Kurz gesagt: Ja!

„Aber die Eltern nehmen die Babies dann doch nicht mehr an?!“
Vögel dürfen, entgegen der landläufigen Meinung, mit bloßen Händen angefasst werden. Auch, wenn es darum geht, sie wieder ins Nest zurück zu setzen. Vögel orientieren sich in der Brutpflege nicht mithilfe des Geruchs- sondern des Hörsinns. Das bedeutet, dass es für die Vogeleltern unerheblich ist, ob Sie das Küken angefasst haben.
Achtung! Diese Regel gilt in keinem Fall für aufgefundene, verwaiste Säugetiere. Diese dürfen zur Sicherheit nie ohne Handschuhe angefasst werden!

„Und wenn der Vogel krank ist, z. B. Tollwut hat?“
Auch steht oft die Angst vor ansteckenden Krankheiten oder sogar Tollwut im Raum.
Aber Sie können beruhigt sein: Vögel bekommen so gut wie nie Tollwut, da ihre Körpertemperatur höher liegt, als es für eine optimale Vermehrung des Virus notwendig ist. Es gab auch tatsächlich noch nie einen dokumentierten Fall einer Tollwutübertragung von einem Vogel auf den Menschen. Die WHO hat Deutschland zudem als frei von Tollwut bei landlebenden Tieren zertifiziert.

Das Risiko, sich andere Krankheiten über Vögel einzufangen, ist für Sie als Finder ebenfalls verschwindend gering. Denn um dem entgegenzuwirken, reicht in der Regel ein ausgiebiges Händewaschen nach dem Kontakt. Wenn Sie zur Sicherheit anschließend noch ein Händedesinfektionsmittel anwenden, brauchen Sie sich keinerlei unnötige Gedanken machen.
Und glauben Sie uns: die Bakterien und Viren, denen Sie täglich durch den Umgang mit verschmutztem Bargeld ausgesetzt sind, sind um ein Vielfaches zahlreicher.

Nebenbei: Vögel können umgekehrt auch durch uns mit Krankheitserregern infiziert werden, denn sie besitzen gegen die meisten menschlichen Infektionskrankheiten keine Immunabwehr.

Der Vogel kann nicht fliegen, braucht aber keine Hilfe. Wieso?
Glauben Sie nicht den alten Geschichten!
Eine große Fehlinformation hält sich seit Jahrzehnten hinweg hartnäckig – teils durch falsche Darstellung in Kinderbüchern oder -filmen. Die meisten Menschen glauben, ein Vogel lerne im Nest das flattern und verließe es erst, wenn er fliegen kann.
Das stimmt leider überhaupt nicht.
Bis auf wenige artspezifische Ausnahmen (z. B. Schwalben, Mauersegler, Greifvögel, Rabenvögel) verlassen Singvogel-Küken ihr Nest, indem sie sich aus einem Instinkt heraus einfach nach unten plumpsen lassen und dabei ein wenig segeln. Von Fliegen kann zu diesem Zeitpunkt noch keine Rede sein.
Die Eltern locken diese kleinen Racker dann in Gebüsche und Hecken, wo sie sich durch hüpfen und flattern auf den Ästen nach oben arbeiten. Ab diesem Zeitpunkt nennt man sie “Ästlinge”.
Hier verhalten sich die Kleinen still, bis die Eltern mit Nahrung kommen und sie rufen.
Diese Phase dauert bis zu einer gesamten Woche!

Foto an die WVH Bayern und „Finger-Test“
Sollten Sie also einen kleinen Vogel finden, der befiedert ist, jedoch nicht fliegen, sondern nur flattern kann, kontaktieren Sie uns schnellstmöglich. Indem Sie uns Bilder z. B. über WhatsApp zukommen lassen, helfen wir Ihnen bei der Entscheidung, ob Sie einen Ästling in der Lernphase, oder noch einen hilfsbedürftigen Nestling vor sich haben.
Unser Tipp: machen Sie im Zweifel vorab den „Finger-Test“! Setzen Sie sich den kleinen Findling auf ihren Zeigefinger und schauen sie, ob er diesen fest mit seinen Füßchen umklammert (der sogenannte Greifreflex). Bewegen Sie nun ihre Hand ein paar Mal hin und her. Kann der Vogel selbständig das Gleichgewicht halten, ohne herunterzufallen, dann ist es ein Ästling und er wird sich auf den Ästen im Gebüsch auch bei Wind ebenso sicher halten können, wie auf Ihrer Hand. Er gehört also in die Natur.

In der Mehrzahl der Fälle handelt es sich bei den befiederten Fundvögeln um kleine Ästlinge, die keine Hilfe benötigen und lediglich auf einen erhöhten Platz in einem Gebüsch oder einer Hecke gesetzt werden müssen. Die Eltern kümmern sich dann weiterhin um ihr Kind.

Verletzte Vögel immer sichern!
Achtung! Ein sichtbar verletzter Vogel benötigt in jedem Fall unsere Hilfe. In einem solchen Fall sichern sie den kleinen Patienten bitte, wie im Menüpunkt „Erste Hilfe“ beschrieben.
Dort finden Sie ganz unten auch einige Fotos, die Ihnen den optischen Unterschied zwischen einem Nestling und einem Ästling zeigen.

Die Katzen-Problematik
Noch eine Anmerkung zum Einwand vieler Finder: „Ja, aber ich kann ihn nicht einfach wieder dahin setzen. Wir haben hier so viele Katzen in der Gegend!“
Das ist immer wieder ein zweischneidiges Schwert und zieht Diskussionen nach sich.
Selbstverständlich besteht durch Freigänger-Katzen gerade in der Brutsaison eine erhöhte Gefahr, dass Jungvögel gerissen werden.
Demgegenüber steht aber, dass man nicht auf Verdacht, „nur“, weil eben Katzen in der Nachbarschaft leben, sämtliche Jungvögel als Vorsichtsmaßnahme einsammeln kann. Das wäre vollständig wider die Natur und sehen Sie es bitte einmal aus einer ganz anderen Perspektive: Sie würden fürsorglichen Eltern, die es über mehrere Wochen geschafft haben, ihre Brut groß zu bekommen, einfach ihre Kinder entreißen!
Dies kann und sollte nicht der Sinn von Naturschutz sein und daher bitten wie Sie, bei unverletzten Ästlingen wie oben beschrieben zu verfahren.

Wie kann ich den Vogel einfangen?
Sollten Sie einen hilfsbedürftigen Vogel gefunden haben, so gestaltet sich das Einfangen schwerer, je älter dieser ist. (Für die anschließende Unterbringung bitte den Anweisungen im Menüpunkt „Erste Hilfe“ folgen.)

Ein Jungvogel lässt sich in der Regel mit wenig Anstrengung einfangen, da er häufig noch nicht vollständig fliegen, sondern nur flattern kann.

Nicht zu sehr stressen
Bei verletzten Altvögeln ist dies meist schon schwieriger. Oft sind sie so verletzt, dass sie trotzdem noch recht beweglich sind. Ihr Instinkt sagt ihnen, dass sie fluchtunfähig leichte Beute sind. Und da sie jeden Einfangversuch als Gefahr betrachten, versuchen sie mit allem, was sie noch einsetzen können, zu flüchten. Wenn noch genügend Kraft vorhanden ist, verteidigen sich manche Vögel auch durch Einsatz von Schnabel und/oder Krallen. Und Sie würden sich wundern, wie schmerzhaft der schraubstockartige Schnabelbiss eines kleinen Spatzen oder das Schnabelhämmern eines Spechtes sein kann!

Zu viel Stress kann bei Vögeln schnell zum Tod führen. Die Verletzung, Schmerzen und eingeschränkte Beweglichkeit, bedeuten für den Vogel schon ein hohes Maß an Stress. Wenn Sie einen verletzten Vogel finden, der noch in der Lage ist, vor Ihnen davon zu hüpfen, versuchen Sie nicht, ihm hinterher zu jagen.
Der starke Fluchtreflex könnte ihm nur noch mehr schaden.
Dunkelheit hingegen beruhigt Vögel, da sie Bewegungen nicht mehr sehen. Nehmen Sie also ein Tuch, ein Laken, eine Decke, eine leichte Jacke oder Ähnliches, was nicht zu schwer ist und versuchen Sie, dieses vorsichtig über den Vogel zu werfen. Dabei müssen Sie sich dem Vogel langsam und ruhig nähern. Wenn er sich unter dem Laken befindet, nehmen Sie ihn ganz vorsichtig mitsamt Laken auf und setzen ihn in die vorbereitete Box.

Die Anleitung zur korrekten und situationsabhängigen Unterbringung finden Sie im Bereich „Erste Hilfe“. Wichtig ist aber immer, dass sie den Vogel auch in der Unterbringung ruhig und dunkel setzen, so dass er sich von seiner Erschöpfung erholen kann.

Kann ich den Vogel ins Nest zurücklegen?
Es gibt mehrere mögliche Szenarien, die eine Rückführung ins Nest als Option erscheinen lassen. Die häufigsten möchten wir Ihnen hier erläutern.

Das Nest wurde zerstört (bspw. durch Sturm oder Katzenangriff)
Je nach Ausmaß des Schadens können Sie versuchen, das Nest wieder an seinem Ursprungsplatz zu positionieren.
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, das Nest in einem Korb oder ähnlichem Behältnis in unmittelbarer Nähe zu befestigen. In beiden Fällen ist es unerlässlich, das Nest über mehrere Stunden ununterbrochen zu beobachten. Es muss gewährleistet sein, dass die Eltern noch zum Füttern der Brut kommen. Falls nicht, kontaktieren Sie uns schnellstmöglich.

Was tun, wenn der kleine Fundvogel offenbar unterhalb des Nestes aufgefunden wird?
Eine pauschale Antwort ist auf diese Frage kaum machbar, da zu viele individuelle Faktoren eine wichtige Rolle spielen.
Einer der der wichtigsten Punkte ist hierbei: sind Sie sicher, dass der Vogel, den Sie gefunden haben, auch wirklich aus diesem speziellen Nest herausgefallen ist?
Oft bekommen wir einen „Spatzen“ angekündigt, der sich nach Sichtung von Fotos als Rotschwänzchen oder gar Schwalbe herausstellt. Eine falsche Rückführung ins Spatzennest hätte tödliche Folgen, da die Vogeleltern in keinem Fall fremde Vögel aufziehen.
Dieser Punkt gilt übrigens auch unter Artgenossen: in den seltensten Fällen ziehen Schwalben die Kinder anderer Schwalben mit auf.
Sie sehen: das Risiko, hier einen Fehler zu begehen, ist immens groß!

Wichtigste Regel immer: Wärmen!
Ebenfalls ist in jedem Einzelfall neu zu beurteilen, wie alt das Fundküken ist und ob es noch gewärmt werden muss oder in ein oben erwähntes Ersatznest/Korb gesetzt werden kann. Jede Minute, die ein nichtbefiedertes Küken ohne Wärme ist, verringert seine Überlebens-Chancen gravierend.

Die Natur ist grausam
Schlussendlich bleibt noch als ein sehr häufiger Grund zu nennen, weswegen Vögel außerhalb des Nests aufgefunden werden. Und zwar die Härte der Natur selbst. Manchmal sind es Parasiten, Fehlbildungen oder innere Krankheiten, die von uns Menschen nicht festgestellt werden können und die dazu führen, dass der kleine Vogel „aussortiert“ wird. Oft auch zum Schutz der restlichen Brut.
Gerade in solchen Fällen, in denen nicht ein Unfall zum Verwaisen führt, ist eine Rückführung in das Nest nicht mehr möglich. Die Eltern würden das Kleine unweigerlich erneut aus dem Nest werfen.

Warum sollte ich einem Vogel weder Futter noch Wasser geben?
Findet man einen augenscheinlich erschöpften Vogel, ist die Versuchung groß, ihm als Erste Hilfe Nahrung oder Wasser zu geben. Davon sollten Sie zum Wohle des Vogels lieber absehen!

Welche Vogelart haben Sie denn gefunden? Sind Sie sicher?
Nicht nur, dass die wenigsten Menschen in Bezug auf die korrekte generelle Ernährung von Vogelkindern Bescheid wissen – wissen Sie denn überhaupt sicher, um welchen Vogel es sich bei Ihrem handelt?
Und nein: nicht alle Vögel fressen Regenwürmer! (Hierzu mehr in der nächsten Frage „Warum keine Regenwürmer oder Maden?“)
Die Gabe von falschem Futter kann im schlimmsten (aber leider nicht seltensten) Fall zum Tod Ihres Findlings führen, der sich über mehrere schmerzvolle Leidenstage hinweg zieht.

„Ich war auch ganz vorsichtig!“
Ebenso verhält es sich auch mit der Flüssigkeitszufuhr. Allzu leicht scheint es, dem Vogel „nur ein paar Tropfen Wasser mit der Pipette ganz vorn am Schnabel“ geben zu können. Die Vögel, die hieraufhin den Tod fanden, sind leider nicht mehr zu beziffern. Zu viele sind es.
Das folgende Bild zeigt, warum.

Die Luftröhre liegt bei Vögeln nicht wie beim Menschen oder anderen Säugetieren hinten im Schlund. Die Öffnung sitzt direkt unter der Zunge, weit vorn im Schnabel. Und genau deshalb ist es keine gute Idee, von vorne Wassertropfen in den Schnabel zu geben. Der ohnehin geschwächte Vogel wird wahrscheinlich nicht in der Lage sein, das Wasser abzuschlucken und es gelangt direkt in die Lunge, woraufhin der kleine Patient einen qualvollen, aber unvermeidlichen Tod stirbt.
Wenn überhaupt, dann ist die einzige Möglichkeit, die dem Laien bleibt, einen Tropfen Wasser an den Finger zu setzen und diesen dann an den äußersten Schnabelrand, ähnlich dem Mundwinkel bei Menschen, aufzusetzen. Hier rinnt das Wasser dann an der Luftröhren-Öffnung vorbei in den Schlund.
Sehen Sie aber aus Vernunftsgründen besser davon ab und lassen die Regulierung des Flüssigkeitshaushaltes um des Vogels Willen versierte Helfer vornehmen.

Nebenbei: Singvogeleltern bringen ihren Küken kein Wasser ins Nest! Auch dies ist eine häufige Fehlannahme. Die Babies werden allein mit der Flüssigkeit der durch die Eltern eingespeichelten Insekten versorgt.

Warum darf ich Küken keine lebenden Würmer oder Maden aus der Biotonne geben?
Nicht alle Vögel fressen Würmer!
Erstens fressen zwar viele, aber nicht alle Vögel Insekten und vor allem nur ganz wenige tatsächlich Würmer. Wenn Sie also nicht zu 100 % sicher sind, einen Vogel vor sich zu haben, der Würmer verträgt, richten Sie damit mehr Schaden an, als Nutzen.
Lediglich die Drosselartigen – hierzu zählen Drosseln, Amseln und Stare – vertragen Regenwürmer als Nahrung. Aber auch hier stopfen die Elterntiere nicht einfach die zappelnden Würmer in ihre Brut. In einer naturgegebenen Akribie schleudern bspw. Amseln die Würmer zuvor, um deren Darm zu entleeren. Dabei werden die Würmer auch getötet.

Würmer führen zum Tod
Vögel, die nicht zu den oben Genannten zählen, vertragen Würmer auf keinen Fall! Sie bekommen Darmverschlüsse und sterben jämmerlich, wenn Ihnen nicht schnell geholfen wird. Zu oft kann man aber leider nichts mehr tun, als dem Küken das Sterben durch Schmerzmittel zu erleichtern.
Daher nehmen Sie immer schnellstmöglich Kontakt zu uns auf, damit wir den kleinen Findling möglicherweise noch retten können.

Maden sterben oft nicht im Vogel
Es gibt aber noch einen zweiten Grund, weshalb es keine gute Idee ist, Maden lebend zu verfüttern. Diese im Sommer z. B. an der Biotonne reichlich vertretenen Fliegenmaden überleben bei Lebendfütterung im schlimmsten Fall im Vogel und werden nicht durch die Magensäure getötet.
Das klingt schrecklich… und das ist es auch. Denn Fliegenmaden, die unglaublich überlebenszäh sind, fressen sich dann mit ihren scharfen Mundwerkzeugen durch das Innere des kleinen Pechvogels. Dieser krepiert regelrecht auf die qualvollste Weise durch innere Blutungen.
Wenn Sie nun denken „Aber ich beobachte immer, wie die Eltern die Maden für ihre Küken aufsammeln!“, dann sei gesagt: Ja, das kann sein. Dennoch werden auch die Vogeleltern niemals lebende Maden an ihre Brut verfüttern.

Weitere Ernährungsfehler á la „Das haben wir schon immer so gemacht!“
Es ist allzu verständlich, dass ein leicht in Panik verfallener Finder nur das Beste für den kleinen Patienten möchte. Er vertraut demnach den Fütterungs-Tipps bestimmter Anlaufstellen, wie z. B. Tierärzten, Jägern oder Zoohandel-Fachangestellten völlig und tut, was vorgeschlagen wird. Immerhin müssten die es doch wissen.
Oder etwa doch nicht?
Für die meisten dieser vermeintlichen „Experten“ gehören Wildvögel nicht zum normalen Tagesgeschäft. Und es ist schlicht falsch, von Haustier-Vögeln auf die Bedürfnisse der Wildvögel Rückschlüsse zu ziehen.
Diejenigen Experten, die wirklich fundiertes Wissen über diese Spezialpatienten haben, sind daher leider rar gesät.

Hier eine Auflistung einiger „Experten-Tipps“, die schon unzähligen Vögeln den Tod gebracht haben:

„Sie haben doch bestimmt Reis zu Hause? Das können Sie bedenkenlos füttern!“ –> kleine Türkentauben, die in diesem Stadium in der Natur noch Kropfmilch und in der Handaufzucht angerührte Spezialnahrung brauchen. Der Reis quillt auf, verstopft den Kropf und führt zum unvermeidlichen Tod.

„Mit Kartoffeln wird er’s schaffen!“ –> ein kleiner Spatz, der von unserer Päpplerin liebevoll Potatoe-Jim getauft wurde. Korrekt wäre gewesen: reine Insektenaufzucht, später Übergang auf Körnerfutter und Sämereien.

„Geben Sie ihr Eifutter/gekochtes Eiweiß/Eigelb – das tun die Eltern auch!“ –> eine kleine Blaumeise, die zu den empfindlichen Insektenfressern gehört. Kein kleiner Singvogel verfüttert Eier an seine Brut!

„Nehmen Sie diese Mehlwürmer (lebend oder getrocknet), damit kann man Jungvögel aufziehen!“ –> ein kleiner Grünfink, der zu den Vollvegetariern gehört. Das bedeutet, dass er von der ersten Fütterung an strikt nur mit pflanzlicher Nahrung aufgezogen wird.
Übrigens: selbst für Insektenfresser sind weder lebende noch getrocknete Mehlwürmer zur Aufzucht geeignet!

„Haben Sie Haferflocken/Sonnenblumenkerne zu Hause? Das ist das Beste!“ –> ein kleines Gartenrotschwänzchen, das zu den empfindlichen Insektenfressern gehört. Haferflocken/Sonnenblumenkerne werden nie an die Brut verfüttert – selbst bei Körnerfressern nicht!

„Mischen Sie einfach etwas Quark mit Eigelb. Babyvögel brauchen nämlich viel Eiweiß!“ –> ein kleiner Trauerschnäpper, der zu den empfindlichen Insektenfressern gehört. Kein Wildvogel wird jemals ein Milchprodukt in der Aufzucht seiner Brut verwenden!

„Raspeln Sie Karotten und formen Sie kleine Kugeln. Das ist sehr gesund!“ –> ein kleiner Buchfink, der zwar Vegetarier ist, mit Gemüse aber nicht das Geringste am Hut hat. Kein Wildvogel wird Gemüse an seine Brut verfüttern.

„Versuchen Sie’s mal mit Bananen! Die sind sehr vitaminreich!“ –> ein kleiner Spatz, dem daraufhin der Name Banana-Joe gegeben wurde. Korrekt wäre gewesen: reine Insektenaufzucht, später Übergang auf Körnerfutter und Sämereien.

„Kaufen Sie Katzenfutter. Damit bekommen sie das Baby groß und stark!“ –> eine Kohlmeise, die ausschließlich mit Insekten aufgezogen wird.

„Nehmen Sie Hackfleisch. Das kommt der natürlichen Nahrung von Regenwürmern am nahesten!“ –> eine kleine Amsel, die auf Anraten des Försters 2 ½ Wochen so aufgezogen wurde. Sie musste wegen schwerer Schnabeldeformation und irreparablen Gefiederschäden durch Mangelernährung eingeschläfert werden.

Eingeweichtes Toastbrot ist gut für sie. Das fressen sie alle!“ –> kleine Enten sowie unzählige Tauben, die eine uralte, aber vollkommen falsche und todbringende Gewohnheit der Menschen das Leben kostete.

„Schauen Sie mal, ob Sie ein paar Käfer im Garten finden. Das passt schon!“ –> eine kleine Grasmücke, die zwar mit Insekten aufgezogen wird. Jedoch können kleine Küken die harten Chitin-Panzer von Käfern oder auch Mehlwürmern überhaupt nicht verdauen und verenden daran.

„Dieses Aufzuchtfutter hier ist extra für kleine Babyvögel gemacht. Damit können Sie nichts falsch machen!“ –> ein kleiner Mauersegler, der zu den hoch-empfindlichen Insektenfressern gehört. Bereits die Gabe einer einzigen falschen Fütterung kann das wachsende Gefieder derart zerstören, dass der Segler nicht fliegen kann!

Generell gilt: das in den Zoohandlungen angebotene Aufzuchtfutter ist für KEINEN Wildvogel in der Aufzucht geeignet! Es verursacht nachweislich schwere Organ- und Gefiederschäden!

Warum darf ich kein Rotlicht als Wärmequelle verwenden?
Wenn wir den Findern erklären, sie sollen das Vogelküken in der Notunterbringung wärmen, kommt immer wieder der Vorschlag, man könne ja die heimische Rotlichtlampe dazu verwenden.
Dies sollten sie in keinem Fall tun!
Auch, wenn das wärmende Rotlicht in der Terraristik oder Säugetier-Aufzucht als adäquates Hilfsmittel erscheint, so ist es doch für Vögel nicht ohne Schäden nutzbar.
Rotlicht führt bei unbefiederten Küken zu einem Austrocknen der empfindlichen Haut und damit zu Folgeschäden im Gefieder.

Verwenden Sie als Wärmequelle für Ihren Findling besser eine körpertemperatur-warme Wärmflasche oder ein Körnerkissen. Beides sollte nur so warm sein, dass sie es einem Baby auf den Bauch legen würden. Diese Wärmezufuhr legen sie unter die Notunterbringung, damit eine gleichmäßige Wärme für den kleinen Vogel entstehen kann.

Rund um die Wildvogel-Pflege

Was tun gegen Vogelschlag an Scheiben?
Viele Vögel sterben jedes Jahr an den Folgen einer Kollision mit Fensterscheiben. Sei es, dass sie gegen den Wintergarten, die gläserne Balkonbrüstung oder die normale Fensterscheibe fliegen.
Einige kommen mit einem blauen Auge und einer Gehirnerschütterung davon. Für etliche kommt jedoch leider jede Hilfe zu spät.
Es gibt aber Möglichkeiten, diese Gefahr in machbarem Umfang zu entschärfen. Und zwar durch Scheibenmarkierungen.

Schwarze Vogelaufkleber – vergessen Sie’s!
Das erste, was Ihnen vielleicht in den Sinn kommt, sind die schwarzen Vogelsilhouetten, die man oft auf Bushalte-Wartehäuschen sieht.
Diese Teile, die sich wohl kaum jemand an seine heimischen Fensterscheiben kleben möchte, sind nicht nur ausgesprochen unansehnlich, sondern zudem noch vollkommen nutzlos. Zumindest dann, wenn zwischen den einzelnen Aufklebern mehr als 10 cm Abstand sind. Dann nämlich schlagen die Vögel einfach zwischen den Silhouetten ein.
Die Vögel erkennen in diesen Aufklebern auch keine natürlichen Feinde, wie man durch die Greifvogelumrisse vielleicht vermuten mag. Außerdem ist schwarz in der Dämmerung für die Vögel kaum zu erkennen.
Fazit: werfen Sie Ihr Geld nicht zum Fenster raus! Nutzen Sie die folgenden wirksamen Möglichkeiten!

UV-Marker bzw. UV-Streifen – wirksam, aber nicht 100 % sicher
Einige Vogelarten (leider nicht alle) haben in ihren Augen Rezeptoren, die UV-Licht wahrnehmen können. Diesen Effekt nennt man „Spinnennetz-Effekt“, denn Vögel fliegen bekanntermaßen nicht in solche hinein. Das liegt daran, dass Spinnennetze ultraviolettes Licht reflektieren, wobei der Hintergrund der Netze das UV-Licht absorbiert. Der Vogel nimmt die Netze also als bunt wahr und weicht ihnen aus.

Dieses Prinzip macht sich der Bird-Pen zunutze. Ein Stift, mit dem ein für den Menschen nahezu unsichtbares Streifen- oder Punktmuster auf Scheiben aufgemalt werden kann. Ebenfalls im Abstand von maximal 10 cm.
Bestellen können Sie den Bird-Pen hier: https://amzn.to/2xEMCbw

Auf demselben Prinzip hat der Hersteller auch wirksame Aufkleber entwickelt, die ebenfalls durchsichtig sind, jedoch auf dem oben erklärten Spinnennezt-Effekt beruhen. Auch für diese gilt aber: sie müssen im Abstand von maximal 10 cm zueinander geklebt werden. Daher benötigen Sie von den Aufklebern – je nach Fenstergröße – schon einige Packungen.
Bestellen können Sie die Bird-Sticker hier: https://amzn.to/2xDYdHX

Über die Wirksamkeit dieser Maßnahme gibt es unterschiedliche Aussagen. Mal spricht man von 70 % Wirksamkeit, mal von geringer Wirksamkeit, da nicht alle Vögel UV-Licht sehen können.
Die persönlichen Erfahrungen einiger WVH-Netzwerker sprechen von einer extremen Verbesserung bis hin zum völligen Ausbleiben von Vogelkollisionen.
Fazit: Testen Sie es, denn 70 % weniger sterbende Vögel, wären eine großartige Verbesserung.

Vorhänge bzw. Lamellen – ein guter Schutz
Wenn Sie kontrastreiche Gardinen, Jalousien oder Vorhänge nutzen, reduzieren Sie damit das Vogelschlag-Risiko gravierend und verschönern Ihren Wohnraum. Eine klassische, aber wirkungsvolle Variante des Aufprallschutzes.

Einfach mal das Putzen sein lassen
Eine noch einfachere Alternative ist: Fenster nicht mehr oder zumindest weniger putzen. Staub schluckt UV-Licht, saubere Teile der Scheiben dagegen reflektieren UV-Licht. So entsteht ein kontrastierendes Muster auf den Scheiben, die Vögel werden gewarnt und drehen rechtzeitig ab.

Generell gilt: je weniger Spiegelung das Glas zulässt, desto sicherer. Von außen angebrachte Hindernisse oder Markierungen wirken daher immer besser, als solche von innen.

Ganzjahresfütterung - ja oder nein?
Kurz gesagt: Ja, aber…!

(ausführliche Antwort folgt)